Daten und Fakten

Projektname:
Mohale Tunnel, Lesotho
Auftraggeber:
Mohale Matsoku Contractors (MMC)
Auftragsvolumen:
5,81 Mio EUR (in ARGE)
Ausführungszeitraum:
1999 - 2002
Arbeitsgemeinschaft:
JÄGER - SELI

Das Lesotho Highlands Water Project ist eines der größten Projekte seiner Art weltweit. Es dient zum einen der Wasserversorgung der südafrikanischen Provinz Gauteng (Jahannesburg, Pretoria) und zum anderen der Erzeugung elektrischer Energie für das Königreich Lesotho. Das vier Phasen umfassende Projekt wurde 1992 gestartet. Die Phase 1 unterteilt sich in Phase 1A und 1B. Letztere enthält neben dem 145 m hohen Mohale Felsschütt-Damm den 32 km langen Mohale Tunnel, der die Verbindung zum Katse-Staudamm mit seiner beeindruckenden 185 m hohen Bogenstaumauer realisiert. Eine Besonderheit dieses Freispiegel-Verbindungsstollens stellt die Tatsache dar, dass Wasser in beiden Richtungen fließen kann um die Speicherkapazität beider Stauseen zu maximieren. Die Mohale Matsoku Contractors (MMC), ein Konsortium bestehend aus den Firmen Hochtief, Impregilo und Concor führten die Baumaßnahmen der Phase 1B durch.
Der Mohale Tunnel wurde von zwei Hartgestein-Doppelschild-TBM zwischen 1999 und 2002 aufgefahren: einer 5,38 m Wirth-TBM der ARGE (intake drive) und von einer 4,88 m Mitsubishi-TBM von der Firma ITS (outlet drive). Der gesamte Tunnel wurde mit 4-teiligen Hexagonaltübbingen ausgekleidet. Die Wandstärke betrug 25 cm bei der größeren bzw. 22,5 cm bei der kleineren TBM. Die entsprechenden Innendurchmesser betragen 4,66 m bzw. 4,25 m.
MMC beauftragte 1998 die Firma ITS – International Tunneling Services, ein Dienstleistungsunternehmen der Firmen Seli und JÄGER für die Ausführung des `Outlet drives´ mit einer Vortriebslänge von ca. 16.000 m. ITS stellte einerseits die gesamte Tunnelvortriebseinrichtung (Doppelschild-TBM, Nachlaufsystem, Rollmaterial) und das zugehörige Schlüsselpersonal bei und leistete auch andererseits eine technische Beratung für MMC (Planung von Regelquerschnitt, Auskleidungssystem, Baustelleneinrichtung, Baustellenorganisation, Bautechnik, etc.).
Eine Besonderheit stellte die Andienung der TBM über einen 12,5% nach unten geneigten und ca. 600 m langen Zugangsstollen dar. Sämtliche Materialien, v.a. Tübbinge und Perlkies wurden mit einem speziellen Schachtwagen (Aufnahme des entsprechenden Rollmaterials) und mittels 70t-Winde zwischen der übertägigen BE-Fläche und dem untertägigen Bahnhof transportiert. Je zehn Kipper bzw. ca. 100 m³ Ausbruchmaterial je Zug (entsprechend 2 Tübbingringen à 1,35 m) wurden in einer untertägig angeordneten Kippbrücke entleert und per Förderband zur BE-Fläche transportiert.
Die Geologie entlang des gesamten Mohale Tunnels besteht aus vulkanischem Basalt mit Druckfestigkeiten von 105 – 150 MPa und Spitzen bis 300 MPa in den vereinzelten Dykes. Bei einer Durchschnittsleistung von über 3 m/h konnte der 16 km lange Outlet drive in ca. 650 Vortriebstagen aufgefahren werden. Eine Vortriebslänge von 16 km ohne Zwischenangriff stellte hohe Anforderungen an das Vortriebsgerät als auch an die gesamte Logistik und zählt bis heute zu den längsten Vortriebsabschnitten.

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Mohale Tunnel